Wundinfektionen kommen entweder als postoperative Hospitalinfektionen oder als Infektionen bei Verletzungen vor. Erreger: hauptsächlich Staphylokokken, aber auch gramnegative Bakterien, wie z.B. Pseud. aeruginosa, Proteus vulgaris, Enterobacter cloacae, Anaerobier, selten Streptokokken, Clostridien. Therapie: Bei ungezielter Therapie von postoperativen Wundinfektionen sind Staphylokokken - wirksame Antibiotika Mittel der ersten Wahl, z.B. Flucloxacillin. Bei schweren, posttraumatischen Wundinfektionen müssen Antibiotikakombinationen eingesetzt werden, die ein breites Spektrum abdecken. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. + Breitspektrumpenicillin und/oder + Clindamycin siehe Intensivmedizinische Abteilung POSTOPERATIVE SEPSIS: Eine ungezielte Therapie eines lebensbedrohlichen Krankheitsbildes muß bakterizide Antibiotika mit breitem Wirkspektrum umfassen. 2 g ROCEPHIN 1 - 2 x tgl. + Breitspektrumpenicillin und/oder +Clindamycin Danach Modifizierung der Therapie nach Antibiogramm. siehe Interne Abteilung POSTOPERATIVE PNEUMONIE: Die Entstehung einer postoperativen Pneumonie wird durch Hyperventilation, Atelektasen, Aspiration, langandauernde Operationen usw. begünstigt. Erreger:Staphylokokken, Klebsiella, Enterobacter, Pseudomonas, seltener Pneumokokken, Hämophilus influenzae, Anaerobier. Therapie: Die ungezielte Therapie sollte vor allem gegen Staphylokokken gerichtet sein. Bei Patienten ohne Vorbehandlung oder Aspiration reichen Cefazolin oder Cefuroxim aus. Hat sich jedoch trotz perioperativer Prophylaxe eine Pneumonie entwickelt, so müssen Antibiotika verwendet werden, die ein wesentlich breiteres Spektrum abdecken. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. + Breitspektrumpenicillin Anschließend eventuell Modifizierung der Therapie nach Antibiogramm: Bei Methicillin - resistenten Staphylokokken schließt man in die Kombination Vancomycin ein. Bei Verdacht auf Aspirationspneumonie ist Clindamycin einzuschließen. Bei Pseudomonas Verdacht ist Ceftazidim mit einem Aminoglycosid empfehlenswert. HARNWEGSINFEKTIONEN Siehe Urologische Abteilung Im Vordergrund steht eine Mikroangiopathie mit peripherer Neuritis. Es kommt zu Hautulzerationen, die Entrittspforten für Bakterien darstellen und zu Komplikationen führen können: Phlegmone, Osteomyelitis, Sepsis. Erreger: anaerobe/aerobe Mischinfektion, Peptokokken, Peptostreptokokken, Bacteroides, Clostridien, aerobe Staphylokokken, Streptokokken, Pseudomonas, Proteus. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. + Clindamycin Eine Antibiotika-Therapie ist indiziert, wenn es zu Komplikationen gekommen ist (Perforation, Peritonitis), bzw. wenn eine Operation unmöglich ist. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. + Metronidazol Liegt eine Cholezystitis oder Cholangitis vor, handelt es sich fast immer um eine sekundäre Gallenwegsinfektion, die meist durch einen mechanischen Verschluß (Konkrement, Tumor, Papillenstenose u.a. ) bedingt ist. Erreger: E. coli, aerobe und anaerobe Streptokokken, Bacteroides spp., seltener andere Enterobakterien, Salmonellen, Clostridium perfringens u.a. Therapie: Wird ein Antibiotikum verabreicht, muß es verschiedene Voraussetzungen erfüllen: a) die häufigsten Erreger müssen im Spektrum sein b) hohe Blut- und Gewebespiegel c) wirksame Spiegel in der Lebergalle d) Wirksamkeit auch bei Cholestase e) die Galle darf die Wirksamkeit des Antibiotikums nicht beeinträchtigen.
Sowohl ROCEPHIN als auch Cefotaxim erfüllen diese Voraussetzungen, wobei ROCEPHIN den zusätzlichen Vorteil der 1xtgl. Dosierung hat. Cefoxitin kann sich in der Galle nicht anreichern und ist für diese Indikation daher ungeeignet. Dosierung: 2g ROCEPHIN 1xtgl. Zusätzlich ist die baldige Beseitigung eines Abflußhindernisses durch Operation oder Papillotomie eine wichtige Voraussetzung. Eine weitere Ursache für Infektionen im Bereich der Gallenwege, aber auch im Bereich der Bauchspeicheldrüse ist die ERCP (endoskopisch - retrograde - Cholangio - Pankreatikographie): Dabei handelt es sich um eine Röntgendarstellung des Pankreasgangsystems und der Gallengänge durch Einbringung eines Röntgenkontrastmittels in den Ductus pancreaticus und Ductus choledochus mittels eines Endoskopes. Zur Infektionsprophylaxe eignet sich 1 - 2g ROCEPHIN single dose |