| ABTEILUNG FÜR INTENSIVMEDIZIN | ||||||||||
Def. d. Sepsis: Es handelt sich dabei um eine Allgemeininfektion, bei welcher von einem Sepsisausgangsherd ständig oder intermittierend Bakterien in die Blutbahn gelangen und zu schweren Krankheitserscheinungen, eventuell mit Metastasenbildung in inneren Organen, führen. Unterschied: Transitorische Bakteriämie = diese geht von lokalisierten Infektionen, z.B. nach Tonsillektomie oder Zahnextraktionen, aus. Dabei kommt es weder zu ernsthaften Krankheitssymptomen, noch zu Entzündungsherden in anderen Organe. Klinische Symptome: Intermittierendes Fieber, Schüttelfrost, Milzvergrößerung Erreger: Häufigste Sepsiserreger waren früher Pneumokokken und Streptokokken. Heute findet man hauptsächlich Staphylokokken und gramnegative Darmbakterien wie z.B. E. coli, Klebsiella, Enterobacter, Proteus, Pseudomonas aeruginosa, Bacteroides. Selten kommen Hämophilus influenzae, Clostridien, Enteritis - Salmonellen, Gonokokken, Serratia marcescens, usw. vor. Oft kann vom Ausgangsherd der Sepsis auf das Erregerspektrum geschlossen werden. Therapie: Die Initialtherapie erfolgt fast immer ungezielt. Am geeignetsten sind ß-Laktam Antibiotika, da diese hoch dosiert gegeben werden können und in der Regel trotzdem gut verträglich sind. Bei schwach empfindlichen und schwer erreichbaren Keimen sind oft Antibiotika - Kombinationen notwendig, wie z.B. 2g ROCEPHIN 1 x tgl. + Aminoglycosid
2g ROCEPHIN 1 x tgl. + Metronidazol oder + Clindamycin und\oder + Piperacillin Dadurch kommt es teilweise zu einer Überlappung im Spektrum. Bei Verdacht auf multiresistente Staphylokokken kann auch mit Vancomycin kombiniert werden. Bei Antibiotikakombinationen ist immer darauf zu achten, daß zumindest ein additiver (1+1=2), noch besser synergistischer (1+1>2) Effekt erreicht wird. Wichtig ist, daß zur Therapie von septischen Infektionen über einen längeren Zeitraum hohe Dosierungen verabreicht werden, wobei bakterizid wirkende Antibiotika bevorzugt einzusetzen sind. Erreger: hauptsächlich E. coli und andere Enterobakterien. Therapie: 2 g ROCEPHIN 1 x täglich evtl. + Aminoglycosid Erreger: hauptsächlich E. coli, andere Enterobakterien, anaerobe Streptokokken, seltener Bacteroides. Therapie: Wichtig ist, ein Antibiotikum mit guter Gallengängigkeit und keinem Aktivitätsverlust in der Galle einzusetzen. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. POSTOPERATIVE SEPSIS: Erreger: Auslöser meist Staphylokokken, oft Mischinfektion mit gramnegativen Keimen. Therapie: Zur Therapie eignen sich Cephalosporine der 1 + 2. Generation (gute Staphylokokkenwirksamkeit) + evtl. Aminoglycosid. Zur Therapie von Infektionen nach Eingriffen im Intestinaltrakt oder nach gynäkologischen Eingriffen eignet sich ein Cephalosporin der 3. Generation in Kombination mit Metronidazol, da hier hauptsächlich mit Enterobakterien und Bacteroides zu rechnen ist. 2g ROCEPHIN 1 x tgl. + Metronidazol SEPSIS BEI NEUTROPENISCHEN PATIENTEN: Erreger: Erreger sind hauptsächlich Pseudomonas aeruginosa, E. coli, Klebsiellen, Proteus, andere Enterobakterien, Staphylokokken, Streptokokken u.a. Therapie: Zur Initialtherapie eignen sich 2g ROCEPHIN 1 x tgl. + Aminoglycosid und/oder + Breitspektrumpenicillin und\oder + Glykopeptid Wichtig ist, eine rasche Abfieberung (innerhalb 3-4 Tage) zu erreichen. Fortsetzung der Therapie für weitere 4 -8 Tage. Ausgangsherde für eine Fremdkörpersepsis können sein: Herzklappenprothesen, Dialyse-Shunt, Venenkatheter, Portsysteme usw. Besonders gefährdet sind neutropenische Patienten. Erreger: Das Erregerspektrum umfaßt vor allem Staphylokokken (70-80%), seltener gramnegative Stäbchen (10-20%) und Pilze (z.B. Candida). Therapie: 2g ROCEPHIN 1 x tgl. + Breitspektrumpenicillin und\oder + Aminoglycosid und\oder + Glykopeptid Bei nachgewiesener Pseudomonas Infektion: Ceftazidim + Aminoglycosid Bei Nachweis von multiresistenten Staphylokokken: Vancomycin + Rifampicin Für alle Arten von septischen Infektionen gilt, daß nach Anlegen von Blutkulturen und Erstellung des Antibiogramms die Therapie entsprechend modifiziert werden kann, bzw. muß. PNEUMONIE siehe Interne Abteilung. Meistens handelt es sich auf Intensivstationen um sekundäre Pneumonien. HARNWEGSINFEKTIONEN siehe Urologische Abteilung
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