INFEKTIONEN DES RESPIRATIONSTRAKTES
Bronchopneumonie PNEUMONIE Lobärpneumonie interstitielle Pneumonie (Mykoplasmen, Chlamydien, Viren) Sonderformen: abszedierende Pneumonie, Aspirationspneumonie, postoperative Pneumonie, siehe Indikationskarte Teilung in ambulant erworben, nosokomial, Pneumonie bei Infektionskrankheiten Eine Erregerdiagnose ist nur bei einem kleinen Teil der Pneumonien möglich. Klinische Kriterien sind ausschlaggebend. Therapie: 1.) Primäre Pneumonie (bei vorher gesunden Patienten, meist außerhalb des Krankenhauses entstanden): Erreger: vorwiegend Pneumokokken, bei älteren Menschen evtl. auch Staph. aureus, und Hämophilus influenzae und Klebsiellen. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. Bei Nichtansprechen zusätzliche Gabe von Clarithromycin (Abdeckung der Mycoplasmen, Chlamydien, Legionellen) 2.) Sekundäre Pneumonien: (z.B. postoperativ, bei resistenzschwächender Grundkrankheit, beatmete Patienten, nosokomial) 3.) Chronische Bronchitis mit Bronchopneumonien: Erreger: Pneumokokken, Hämophilus influenzae, selten Staphylokokken und gramnegative Keime. 2 g ROCEPHIN 1 x tgl. INFEKTIONEN DES GASTROINTESTINALTRAKTES
GALLENWEGSINFEKTIONEN:
siehe Chirurgische Abteilung SALMONELLENENTERITIS:
Bei schweren Formen mit Fieber und blutigen Stühlen, bzw. bei Erkrankungen im ersten Lebensjahr, bei immunsupprimierten Patienten und älteren Menschen muß eine Antibiotika-Therapie durchgeführt werden. Therapie: Mittel der ersten Wahl: Chinolone (nicht bei Kindern) Falls ein Cephalosporin verwendet wird, dann 2g ROCEPHIN 1 x tgl.
PANKREATITIS: Bakterielle Infektionen spielen erst in der Spätphase der Erkrankung eine Rolle, daher ist eine antibiotische Therapie nicht die Regel. Erste Therapiemaßnahmen sind vor allem Schockbehandlung, Analgetika, Absaugen des Mageninhaltes, Nahrungskarenz, parenterale Ernährung usw.
Erreger: Meist Mischinfektion Therapie:Wenn eine antibiotische Behandlung notwendig ist, dann 2g ROCEPHIN 1 x tgl.
LEBERABSZESS:
Ursachen dafür können u. a. Entzündungen im Bereich der Gallenwege, Sepsis, Amöben-Hepatitis sein.
Erreger: Keime der Bacteroides Gruppe, anaerobe Streptokokken, Enterobakterien.
Therapie: Es müssen die wichtigsten Erreger, evtl. auch die vorhandenen Amöben erfaßt werden. Daher kommen nur Kombinationen in Frage.
2 g ROCEPHIN 1xtgl. + Metronidazol
ENDOKARDITIS: Bei der Endokarditis unterscheidet man verschiedene klinische Formen: 1.)akut ulzerierende Endokarditis (septische Endokarditis): häufig durch Staph. aureus, selten durch gramnegative Darmbakterien verursacht. Schnelle Zerstörung der Herzklappen, septische Metastasen im Gehirn, in Hirnhäuten, Haut und Nieren. 2.)subakute Endokarditis (Endokarditis lenta): Erreger meist vergrünende oder hämolysierende Streptokokken, Enterokokken, Staph. epiderm., Hämophilus, Pilze. Sehr oft liegt ein Klappenvitium zugrunde. Ursachen können sein: Zahnextraktion, Tonsillektomie, Bauchoperationen, Darmerkrankungen 3.)Endokarditis nach Herzoperationen: Staphylokokken, Streptokokken, gramnegative Stäbchen
Erregerhäufigkeit allgemein: Strept. viridans und nicht hämolysierende Streptokokken 65 - 85% Enterokokken 5 - 15% Staphylokokken 5 - 15% Hämophilus 1 - 2% gramnegative Darmbakterien 2 - 6 % abakteriämische Form 5 - 10%
Therapie: Grundsätzlich sind zur Therapie von Endokarditiden bakterizide Antibiotika erforderlich, die 6 Wochen, bzw. zumindest bis zur Normalisierung der BSG, in voller Dosierung verabreicht werden müssen. Bei Endokarditis nach Herzoperationen sind oft noch längere Behandlungszeiten erforderlich. Bei klinischem Verdacht auf eine septische Endokarditis ist nach Anlegen einer Blutkultur sofort mit einer Therapie, z.B. mit
2g ROCEPHIN 1xtgl. + Vancomycin, zu beginnen und eventuell anschließend nach dem Antibiogramm zu modifizieren.
Bei einer Endokarditis lenta, die nicht akut lebensbedrohend ist, wird oft erst nach den Ergebnissen der Blutkultur die Therapie erstellt. Aber auch hier kann man ungezielt, z.B. mit 2g ROCEPHIN 1xtgl. beginnen. Bei einer Endokarditis nach Herzoperation muß meistens eine Operation mit Klappenersatz angestrebt werden. Die Antibiotikatherapie soll initial mit einer Kombination aus Vancomycin, Gentamicin und Ampicillin beginnen. Ist kein Klappenersatz möglich, muß eine äußerst Staphylokokkenwirksame Kombination, z.B. Vancomycin + Rifampicin verabreicht werden. Bei der "abakteriellen Endokarditis" handelt es sich meist um eine Endokarditis mit schwer anzüchtbaren, gramnegativen Stäbchen. Therapie der ersten Wahl: 2g ROCEPHIN 1xtgl. + Aminoglycosid BAKTERIELLE PERIKARDITIS: Erreger: Die häufigsten Erreger dafür sind Staph. aureus und Hämph. influenzae. Weiters Pneumokokken, Streptokokken, Meningokokken, Gonokokken, Anaerobier, Salmonellen, Enterobakterien, Borrelia burgdorferi, Pseudomonas,.. Therapie: Zur ungezielten Therapie kann 2 g ROCEPHIN 1xtgl. + Clindamycin eingesetzt werden, mit eventueller, anschließender Modifizierung der Therapie nach dem Antibiogramm. Dauer: 3 Wochen, evtl. sogar länger.
INFEKTIONEN BEIM IMMUNSUPPRIMIERTEN PATIENTEN
NEUTROPENIE: Unter Neutropenie versteht man eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten auf <1500\µl Blut. Ursachen: a) verminderte Bildung im Knochenmark: z.B. medikamentös induziert, durch Strahlentherapie, durch Zytostatika b) erhöhte jedoch ineffektive Bildung im Knochenmark: z.B. aufgrund eines Vitamin B12 oder Folsäure Mangels. c) infolge vermehrten Verbrauchs oder Abbaus in der Peripherie: z.B. bei Sepsis, Hypersplenismus, arzneimittelallergischen Granulozytopenien Während der Neutropenie sind die Patienten natürlich einer erhöhten Infektanfälligkeit ausgesetzt, woraus sich die Notwendigkeit einer antibiotischen Abschirmung ergibt. Als geeignet erweisen sich hierfür 2g ROCEPHIN 1xtgl. + Aminoglycosid + evtl. Glykopeptid Mit diesen Kombinationen werden auch schwer zu therapierende Keime, wie z.B. Staphylokokken und Pseudomonas, abgeschirmt.
LYME BORRELIOSE siehe Neurologische Abteilung
HARNWEGSINFEKTIONEN siehe Urologische Abteilung
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