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WWW Richtlinien
Ihr Internetprojekt im world wide web (www)
Projekte im Internet sollten stets zwei Anforderungen genügen: sie sollten zum einen in sich geschlossen sein, d.h. dem Anwender als ein erkennbar geschlossenes Ganzes erscheinen; zum anderen sollten sie aber auch der Tatsache Rechnung tragen, daß sie Teil einer weltweiten Plattform sind, d.h. dem Anwender im Internet die Möglichkeit bieten, zu anderen Projekten im Internet zu wechseln.
Beispiele für mögliche Ziele eines Projekts:
Wir als Firma stellen uns und unsere Produkte/Dienstleistungen vor
Wir als Firma bieten eine Dienstleistung direkt über diese WWW-Seiten an
Ich als Einzelperson stelle meine Aktivitäten in meinem Fachgebiet/Hobby vor
Ich als Einzelperson veranstalte auf diesen WWW-Seiten ein persönliches Happening
Wir als Institution/Organisation/Verband/Verein stellen unsere Ziele und Aktivitäten vor
Wir als Institution/Organisation/Verband/Verein bieten Ihnen die Möglichkeit, über diese WWW-Seiten an einer bestimmten Aktion teilzunehmen
Ich/Wir stelle(n) auf diesen WWW-Seiten einen großen Datenbestand aus einem bestimmten Sachgebiet zur allgemeinen Verfügung
Ich/Wir sammeln auf diesen WWW-Seiten in loser Weise alles, was zu einem bestimmten Sachgebiet gehört
Die voranstehende Liste mit Beispielen will zeigen, daß es erstens sehr unterschiedliche Ziele eines Hypertext Projekts im WWW geben kann, und daß auch ein und derselbe Anbieter von WWW-Seiten unterschiedliche Ziele verfolgen kann. Wichtig ist, daß Sie sich in der Konzeptphase eines Hypertext-Projekts für das WWW über das oder die Ziele des Projekts im klaren werden, und daß Sie dem Anwender, der Ihre Seiten aufruft, gleich zu Beginn (auf der Einstiegsseite) klar machen, welches Ihre Ziele sind. Es kann aber auch durch die Aufmachung der Startseite geschehen.
So vermittelt eine neutral aufgebaute Startseite (ohne Hintergrundbilder, animierte Grafiken, JavaScript usw.) wissenschaftliche Seriosität; eine gestylte, aber überlegen statische Seite suggeriert beim Anwender eine große, etablierte Firma oder Institution oder ein Projekt von monumentalen Ausmaßen. Eine poppige, nach Aufmerksamkeit schreiende Seite dagegen verrät eine kleine, werbende Firma oder ein freakiges, vielleicht nicht ganz so ernst zu nehmendes Projekt.
Genauso wichtig wie eine Zielsetzung ist es, die Zielgruppe zu bestimmen, die durch das Projekt angesprochen werden soll.
Mögliche Zielgruppen sind z.B.:
Potentielle Kunden/Käufer
Zukünftige Mitarbeiter
Hobbyisten/Liebhaberkreise
Wissenschaftler/Experten
Kinder und Jugendliche
Familien
Computerfreaks/Hacker
Vergnügungssüchtige
Neugierige
Sinnsuchende
Natürlich können Sie versuchen, alle Besucher ihrer WWW-Seiten zufriedenzustellen. Das wird allerdings ziemlich schwer, und es besteht die Gefahr, daß Sie niemanden so richtig zufrieden stellen. Besser ist es, sich vorzustellen, wie bestimmte Leute, die auf Ihre WWW-Seiten stoßen, sofort ein Lesezeichen darauf setzen, weil sie gleich erkennen, daß dies Seiten sind, die mit ihren eigenen Interessen, ihrem Wissensdurst, ihrer Lebensart oder ihren Wünschen, Gedanken und Hoffnungen zu tun haben. Ebenso wie die Zielvorgabe Ihres Projekts sollte dem Anwender auch die adressierte Zielgruppe klargemacht werden. Auch die Aufmachung der Startseite selektiert das Publikum. Dabei hängt allerdings viel vom Zusammenspiel der Elemente ab. Wenn Sie speziellere Information anbieten wollen, sollten Sie sich auch die Frage stellen, ob es im WWW überhaupt ein Publikum für dieses Angebot gibt.
Die folgende kurze Liste versteht sich als Gedankenanstoß zum Thema "Datenquellen und Datenverarbeitung":
Gibt es vorhandene Daten, z.B. Firmenprospekt, wissenschaftliche Aufsätze, Dokumentarchive? (wenn nicht, wo soll die "Substanz" dann eigentlich herkommen? Es gibt leider viele WWW-Projekte, die an so einem Mangel an Substanz kranken und das mit einem permanenten "under construction" kaschieren wollen)
Liegen die Daten elektronisch in Dateiform vor? (wenn ja, in welcher Form? Es ist herauszufinden, wie die Daten am besten in HTML konvertiert werden können. Wenn nein, gibt es gedruckte Daten auf Papier, die man einscannen kann? Wobei das Einscannen nur in Verbindung mit einer Schriftenerkennungs-Software sinnvoll ist.)
Sollen laufend eintreffende neue Daten, z.B. Nachrichten, verarbeitet werden? (wenn ja, ist zu überlegen, ob man die Daten jedesmal per Hand in HTML aufbereiten soll, oder ob die Entwicklung eines Programms lohnt, daß den HTML-Code automatisch generiert)
Sollen Daten fremder Anbieter integriert werden? (wenn ja, ist zu überlegen, ob den Fremdanbietern ein einheitliches Layout vorgegeben werden soll, das in Form von "Roh-HTML-Dateien" zu erstellen wäre)
Der Aufwand eines WWW-Projekts verteilt sich auf folgende Bereiche:
Konzept- und Planung
Realisierung
Pflege
In allen Fällen handelt es sich um Zeitaufwand, der nicht zu unterschätzen ist. Wenn Sie kommerziell arbeiten, müssen Sie für alle drei genannten Bereiche Kalkulationen anstellen. In allen Fällen jedoch, auch wenn Sie nicht kommerziell arbeiten, sollten Sie eines tun: Termine setzen. Denn ohne selbst gesetzte Termine wird ein Projekt nie fertig. Die Termine sollten allerdings realistisch sein. Ein Termin, der nicht zu halten ist, ist nicht mehr wert als kein Termin. Wenn Sie Geld für das Projekt investieren müssen, sind folgende Abwägungen wichtig:
Selbst- oder Fremdarbeit: ist es günstiger, sich selbst die Zeit (=Geld) zu nehmen, um sich in Konzept und Realisierung (=HTML, Know How) einzuarbeiten, oder ist es besser, jemanden zu beauftragen (= ebenfalls Geld), der sich damit auskennt und dies übernimmt? Wenn es sich um einmal zu erstellende Daten handelt, ist die Fremdbeauftragung wohl günstiger.
Rentabilität: wie empfindlich treffen Sie die anfallenden Kosten? Für erfolgreiches Publizieren oder Werben im WWW gibt es noch keine Maßstäbe. Wenn ein Flop Ihren Untergang bedeutet, sollten Sie es vielleicht erst mal mit risikoloseren Investitionen versuchen.
Im Web präsent sein heißt "in" sein. Aber belanglose Werbung oder Allerweltsinformation bringen weder dem Web noch Ihrem Geldbeutel etwas. Das Web braucht Juwelen, um eine Sensation zu bleiben. Und das Besondere ist teuer.
Ein WWW-Projekt besteht aus wenigstens einigen, oft aus vielen, manchmal aus unzähligen HTML-Dateien. Je mehr Dateien das Projekt enthält, desto wichtiger wird eine schriftliche Fixierung der Datei- bzw. Verweisstruktur. Aber auch bei kleinen Projekten, die nur aus wenigen Dateien bestehen, sollten Sie sich vorher überlegen, was in welche Datei gehört, und wie die Dateien vernetzt werden sollen.
Hypertext zwingt Sie nicht zu bestimmten Formen. Hypertext ist ein nicht-lineares Medium. Der Anwender soll nicht der Reihe nach lesen, sondern auswählen, was ihn interessiert.
Das ist eine große Freiheit, birgt jedoch zugleich die Gefahr des "lost in hyperspace" - Gefühls.
Die meisten Anwender im WWW sind keine erfahrenen Hypertext-Piloten. Bei Projekten, die aus mehr als einer Handvoll Seiten bestehen, sollten Sie deshalb versuchen, dem Anwender eine "Metapher" zu bieten, an die er sich halten kann.
Mögliche Metaphern:
Buchmetapher: das Projekt hat Dokumentcharakter, besitzt ein Inhaltsverzeichnis und evtl. ein Stichwortverzeichnis, Dateien entsprechen Kapiteln usw. Diese Metapher eignet sich besonders für begrenzte Information zu bestimmten Themen, wobei die Daten selten upgedatet werden.
Verzeichnis- oder Baummetapher: das Projekt wirkt auf den Anwender wie ein Dateimanager. Es gibt Dateien mit Verweislisten, die durch ein Ordnersymbol gekennzeichnet werden, und Dateien mit Information, die durch
Dokumentsymbole gekennzeichnet werden. Diese Metapher eignet sich besonders für große Datenbestände mit häufigen Neuzugängen, wobei jedoch der Informationsbereich der abgedeckt wird, von vorneherein bekannt ist.
Indexmetapher: ein großes, alphabetisch oder nach anderen Kriterien (z.B. Datum, Zeit) sortiertes Verweisverzeichnis bildet den Zugang zur Information. Diese Metapher eignet sich besonders für Projekte, deren Informationsbereich nicht genau eingrenzbar ist, und bei denen häufig neue Daten hinzukommen.
Sobald der Anwender Ihre beabsichtigte Metapher erkennt, kann er sich eine "räumliche Vorstellung" Ihres Projekts machen. Das ist eine ganz wichtige Sache, die Sympathie des Anwenders gegenüber dem Projekt hängt tatsächlich zum großen Teil davon ab, ob er diesen Aha-Effekt hat oder nicht.
Genauso wichtig wie ein Gliederungskonzept ist ein Corporate-Design-Konzept. Das bedeutet, daß alle Dateien die zu einem Projekt gehören, ein optisch einheitliches Bild bieten, damit der Anwender intuitiv erkennt, daß er sich noch im gleichen Projekt befindet. Corporate Design stellen Sie her, indem Sie bestimmte Gestaltungselemente bei jeder Datei des Projekts wiederverwenden.
Das können sein:
Ein Logo. Es sollte an immer gleicher Stelle auf der Seite stehen, zum Beispiel immer links oben am Seitenanfang. Wenn Sie mit der Frame-Technik arbeiten, können Sie das Logo auch in einem fixen Bildschirmbereich plazieren.
Grafische Symbole. Das sind kleine GIF- oder JPEG-Grafiken, die an bestimmten Stellen stehen und eine für den
Anwender sofort erkennbare bzw. nachvollziehbare Bedeutung haben. Symbole können z.B. bedeuten: "dies ist ein Beispiel", oder "dies ist eines unserer Produkte" oder "dies ist ein Verweis, mit dem der Anwender das Projekt verläßt".
Textformate. Dazu gehört z.B., den Text immer in dichtengleicher Schrift darzustellen.
Corporate Design suggeriert Geschlossenheit. Besonders bei kommerziellen Projekten, also bei Firmen, die sich vorstellen oder direkt etwas anbieten, vermittelt Corporate Identity dem Anwender das Gefühl, es mit erfahrenen Profis zu tun zu haben.
Internet ist mehr als eine Homepage
Dr. K. Miller
INNOVATIVE EXCELLENCE IS OUR PASSION
Umsetzung und Service im Internet, Intranet und Multimedia CD-Rom mit Schwerpunkt Medizin
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